Copilot vs ChatGPT 2026: Welche KI lohnt sich für dein Business?

Zuletzt aktualisiert: März 2026 · Lesedauer: ca. 12 Minuten

Microsoft Copilot oder ChatGPT – diese Frage stellt sich 2026 fast jeder Selbständige und Freelancer. Beide Tools nutzen GPT-4o unter der Haube [1][2], aber die Erfahrung könnte unterschiedlicher kaum sein. Copilot steckt tief in Microsoft 365, ChatGPT glänzt mit Bildgenerierung und Custom GPTs.

Aber welches Tool passt wirklich zu deinem Arbeitsalltag? Und rechtfertigt der Preisunterschied den Mehrwert? Ich habe beide KI-Assistenten über mehrere Wochen im echten Business-Einsatz getestet – mit Fokus auf Produktivität, Integration, Datenschutz und Preis-Leistung.

In diesem Vergleich erfährst du, wo Microsoft Copilot die Nase vorn hat, wann ChatGPT die bessere Wahl ist und für wen sich welches Abo tatsächlich lohnt. Kein Marketing-Sprech, sondern ehrliche Einschätzung aus der Praxis.

Copilot vs ChatGPT: Der Überblick

Bevor wir ins Detail gehen, hier die wichtigste Unterscheidung: Microsoft Copilot ist ein KI-Assistent, der direkt in deine bestehenden Arbeitstools integriert ist. Er sitzt in Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams. ChatGPT ist ein eigenständiges KI-Tool, das über Browser und App funktioniert – unabhängig von deinem Software-Ökosystem.

Das klingt nach einem kleinen Unterschied, hat aber massive Auswirkungen auf den Arbeitsalltag. Copilot spart dir Zeit bei Aufgaben, die du sowieso schon in Microsoft 365 erledigst. ChatGPT eröffnet dir komplett neue Möglichkeiten – von Bildgenerierung bis zum eigenen KI-Assistenten.

Kurz gesagt: Copilot macht deine bestehende Arbeit schneller. ChatGPT erweitert, was du überhaupt machen kannst. Beides hat seinen Platz – aber selten braucht man beides gleichzeitig.

Vergleichstabelle: Copilot vs ChatGPT auf einen Blick

Kriterium Microsoft Copilot ChatGPT (OpenAI)
Hersteller Microsoft OpenAI
KI-Modell GPT-4o (via Microsoft Azure) GPT-4o, GPT-4.5, o1, o3-mini
Kostenlos Ja (eingeschränkt, Bing Chat) Ja (GPT-4o-mini, Limits)
Pro-Preis ~22 EUR/Monat (Copilot Pro) ~18 EUR/Monat (ChatGPT Plus)
Enterprise-Preis ~27 EUR/Nutzer/Monat (M365 Copilot) ~23 EUR/Nutzer/Monat (Team)
Integration Microsoft 365, Windows, Edge, Bing Browser, iOS/Android, API, Plugins
Bildgenerierung DALL-E 3 (über Designer) DALL-E 3 (nativ integriert)
Custom Bots Copilot Studio (Enterprise) Custom GPTs (einfach erstellbar)
Code GitHub Copilot (separat, ~9 EUR/Mon.) [7] Code Interpreter (in Plus enthalten)
DSGVO EU Data Boundary, kein Training DPA verfügbar, Daten in USA
Websuche Bing (immer aktiv) Ja (mit Quellenangabe)

Microsoft 365 Integration: Copilots größter Trumpf

Der mit Abstand wichtigste Unterschied zwischen Copilot und ChatGPT ist die native Integration in Microsoft 365 [3]. Und hier meine ich nicht einfach nur einen Chat-Button in der Seitenleiste. Copilot versteht den Kontext deiner Dokumente, E-Mails und Tabellen – und arbeitet direkt darin.

Copilot in Word

Du öffnest ein leeres Dokument und sagst Copilot: „Schreib ein Angebot für Kunde X basierend auf der letzten E-Mail und dem Projektbriefing aus SharePoint.“ Copilot zieht sich die Infos aus deinen Dateien, erstellt einen Entwurf und formatiert ihn passend. Das spart nicht fünf Minuten – das spart eine halbe Stunde pro Angebot.

In der Praxis nutze ich das besonders für Zusammenfassungen langer Dokumente, das Umschreiben von Texten in einen anderen Tonfall und das Erstellen von Gliederungen aus Stichpunkten. Copilot arbeitet dabei nicht in einem separaten Fenster, sondern direkt im Dokument – mit Cursor und Formatierung.

Copilot in Excel

Hier wird es richtig spannend. Statt komplexe Formeln zu googeln, beschreibst du einfach, was du willst. „Berechne den gleitenden Durchschnitt der letzten 6 Monate“ oder „Markiere alle Werte über 10.000 EUR rot“ – Copilot setzt das um. Für Freelancer, die mit Rechnungslisten, Projektzeiten oder Budgetübersichten arbeiten, ist das ein enormer Zeitgewinn.

Copilot kann auch Pivot-Tabellen vorschlagen, Diagramme erstellen und Muster in deinen Daten erkennen. In meinem Test hat er aus einer Umsatztabelle mit 500 Zeilen in Sekunden erkannt, welche Monate die stärksten waren und welche Kunden den höchsten Deckungsbeitrag hatten.

Copilot in PowerPoint

Präsentationen erstellen nervt die meisten. Copilot kann aus einem Word-Dokument oder einer Gliederung automatisch eine Präsentation bauen – mit passenden Layouts, Aufzählungen und sogar Bildervorschlägen. Das Ergebnis ist kein Kunstwerk, aber ein solider Ausgangspunkt, den du in 20 Minuten statt zwei Stunden fertig hast.

Copilot in Outlook und Teams

Für mich persönlich der größte Produktivitätsgewinn: Copilot fasst lange E-Mail-Threads zusammen, schlägt Antworten vor und erstellt Meeting-Zusammenfassungen in Teams. Wenn du morgens 30 ungelesene E-Mails hast, zeigt dir Copilot in 10 Sekunden, welche wirklich wichtig sind und was die Kernaussage jeder Konversation ist.

In Teams-Meetings protokolliert Copilot automatisch, erstellt Action Items und kann hinterher Fragen zum Meeting beantworten. Das ersetzt keinen Projektmanager, aber es ersetzt das lästige Mitschreiben während des Calls.

Wichtig zu wissen: Die volle Microsoft-365-Integration bekommst du nicht mit Copilot Pro (22 EUR) [1]. Dafür brauchst du das Copilot-Add-on für Microsoft 365 (~27 EUR/Monat) [3] zusätzlich zu deiner bestehenden M365-Lizenz. Copilot Pro gibt dir nur bevorzugten Zugang zu GPT-4o im Browser und in den Desktop-Apps – aber ohne die tiefe Dokumentenintegration.

ChatGPTs Stärken: Flexibilität und Ökosystem

Wenn Copilot der Spezialist für Microsoft-Nutzer ist, dann ist ChatGPT der Generalist, der überall funktioniert. Und „überall“ meint hier wirklich überall: Browser, iPhone, Android, Desktop-App, API – völlig egal, ob du mit Windows, Mac oder Linux arbeitest.

DALL-E 3 Bildgenerierung

ChatGPT Plus enthält DALL-E 3 direkt im Chat. Du beschreibst ein Bild und bekommst es in Sekunden. Für Social-Media-Posts, Blog-Header, Produktmockups oder einfach visuelle Ideen ist das enorm praktisch. Copilot hat zwar auch Zugang zu DALL-E 3 über den Microsoft Designer, aber die Integration in ChatGPT ist nahtloser und die Bildqualität bei komplexen Prompts oft besser.

Besonders für Freelancer und Selbständige, die regelmäßig visuelle Inhalte brauchen, ist das ein starkes Argument. Du brauchst kein Canva-Abo und keinen Designer für einfache Grafiken.

Custom GPTs: Deine eigenen KI-Assistenten

Eines der Features, die ChatGPT von allen anderen KI-Tools unterscheiden, sind Custom GPTs [4]. Du kannst dir spezialisierte Assistenten bauen – ohne eine Zeile Code. Ein GPT für Rechnungserstellung, einer für Social-Media-Texte, einer für Kundenanfragen. Jeder mit eigenen Anweisungen, eigenem Wissen und eigenen Fähigkeiten.

Im GPT Store findest du tausende vorgefertigte GPTs für jeden Einsatzzweck. Microsoft bietet mit Copilot Studio [9] eine ähnliche Möglichkeit, aber die richtet sich eher an Unternehmen und erfordert deutlich mehr Konfigurationsaufwand.

Code Interpreter und Advanced Data Analysis

ChatGPT Plus enthält den Code Interpreter – eine Python-Umgebung, die direkt im Chat läuft. Du lädst eine CSV-Datei hoch und ChatGPT analysiert sie, erstellt Diagramme, berechnet Statistiken und exportiert die Ergebnisse. Für Freelancer, die gelegentlich Daten auswerten müssen, aber keine Lust auf Excel-Formeln haben, ist das Gold wert.

Copilot kann Ähnliches in Excel – aber nur, wenn die Daten bereits in einer Excel-Tabelle stecken. ChatGPT ist flexibler: CSV, JSON, PDF – egal welches Format, du wirfst es rein und bekommst Antworten.

Modellvielfalt und Reasoning

ChatGPT Plus gibt dir Zugang zu mehreren Modellen: GPT-4o für schnelle Alltagsaufgaben, o1 und o3-mini für komplexe Analysen und Reasoning [2]. Copilot nutzt ausschließlich GPT-4o. Für die meisten Aufgaben reicht das – aber wenn du wirklich schwierige Logikprobleme lösen oder mehrstufige Analysen durchführen willst, fehlt dir bei Copilot die Modellauswahl.

Wer tiefer in die Welt der KI-Chatbots eintauchen möchte, findet in unserem Vergleich der besten ChatGPT-Alternativen noch mehr Optionen jenseits des Microsoft-Ökosystems.

Preisvergleich: Was du wirklich zahlst

Bei den Preisen wird es unübersichtlich, weil Microsoft mehrere Copilot-Varianten anbietet. Hier die klare Aufschlüsselung:

Produkt Preis/Monat Was du bekommst Für wen
Copilot (kostenlos) 0 EUR GPT-4o (limitiert), Bing-Suche, Bildgenerierung Gelegenheitsnutzer
Copilot Pro ~22 EUR Bevorzugter GPT-4o-Zugang, Copilot in Office-Apps (Basic) Einzelnutzer mit M365 Personal
Copilot für M365 ~27 EUR/Nutzer Volle Integration: Word, Excel, PPT, Outlook, Teams + Microsoft Graph Business-Nutzer mit M365 Business/Enterprise
ChatGPT Free 0 EUR GPT-4o-mini, limitierte GPT-4o-Nutzung Einsteiger
ChatGPT Plus ~18 EUR GPT-4o, o1, o3-mini, DALL-E 3, Custom GPTs, Code Interpreter Freelancer, Power-User
ChatGPT Team ~23 EUR/Nutzer Alles aus Plus + Workspace, Admin-Controls, kein Training Kleine Teams (2-149 Nutzer)

Rechenbeispiel für Selbständige:

Du hast bereits Microsoft 365 Business Basic (5,60 EUR/Monat). Mit Copilot für M365 zahlst du 5,60 + 27 = 32,60 EUR/Monat für die volle KI-Integration. ChatGPT Plus kostet dagegen nur 18 EUR/Monat – aber ohne Office-Integration. Einen detaillierten Überblick über die ChatGPT Business-Tarife findest du in unserem separaten Vergleich. Die Frage ist also: Spart dir Copilot in Word, Excel und Outlook genug Zeit, um die 14,60 EUR Differenz zu rechtfertigen?

DSGVO und Datenschutz: Microsoft vs OpenAI

Für Selbständige und Unternehmer in Deutschland ist der Datenschutz kein Nice-to-have – er ist Pflicht. Und hier gibt es einen klaren Unterschied zwischen Microsoft und OpenAI.

Microsoft Copilot: EU Data Boundary

Microsoft hat 2024 die EU Data Boundary eingeführt [5]. Das bedeutet: Wenn du Copilot über Microsoft 365 Business oder Enterprise nutzt, werden deine Daten ausschließlich in europäischen Rechenzentren verarbeitet. Deine Prompts, Dokumente und Ergebnisse verlassen die EU nicht.

Zusätzlich garantiert Microsoft, dass Copilot-Daten nicht für das Training der KI-Modelle verwendet werden [5]. Das ist für Unternehmen mit sensiblen Kundendaten ein entscheidender Punkt. Du kannst vertrauliche Verträge, Finanzdaten und interne Dokumente mit Copilot bearbeiten, ohne dir Sorgen machen zu müssen, dass sie im nächsten GPT-Modell auftauchen.

ChatGPT: DPA ja, aber Daten in den USA

OpenAI bietet ein Data Processing Agreement (DPA) an, das den Anforderungen der DSGVO entspricht [6]. ChatGPT Team und Enterprise versprechen, dass Daten nicht für Modelltraining genutzt werden. Bei ChatGPT Plus ist das anders: Hier werden deine Chats standardmäßig fürs Training verwendet, es sei denn, du deaktivierst das explizit in den Einstellungen [6].

Der größere Haken: Alle ChatGPT-Daten werden primär in den USA verarbeitet. OpenAI hat keinen europäischen Datenstandort. Das bedeutet nicht, dass ChatGPT illegal ist – aber du trägst ein höheres Risiko und brauchst eine saubere Datenschutzdokumentation, wenn du Kundendaten verarbeitest.

Datenschutz-Kriterium Microsoft Copilot (M365) ChatGPT Plus
Datenverarbeitung EU (Data Boundary) USA
Training mit Nutzerdaten Nein Ja (deaktivierbar)
DPA verfügbar Ja (Microsoft DPA) Ja (OpenAI DPA)
AV-Vertrag Automatisch bei M365 Auf Anfrage (Team/Enterprise)
ISO 27001 / SOC 2 Ja Ja (SOC 2 Type II)

Mein Tipp: Wenn du regelmäßig mit Kundendaten arbeitest – Verträge, Finanzen, personenbezogene Daten – ist Copilot über M365 die sicherere Wahl. Für allgemeine Recherche und kreative Aufgaben ohne sensible Daten ist ChatGPT Plus unproblematisch, solange du das Training in den Einstellungen deaktivierst.

Praxistest: Alltagsaufgaben im direkten Vergleich

Theorie ist schön, aber wie schlagen sich die beiden Tools im echten Arbeitsalltag? Ich habe fünf typische Business-Aufgaben mit beiden Tools durchgespielt.

Aufgabe Copilot ChatGPT Gewinner
E-Mail-Antwort formulieren Direkt in Outlook, kennt Thread-Kontext Manuelles Copy-Paste nötig Copilot
Blog-Grafik erstellen Über Designer, umständlicher Workflow Direkt im Chat, iteratives Verfeinern ChatGPT
Excel-Umsatzanalyse Direkt in der Tabelle, Formeln + Diagramme CSV hochladen, Code Interpreter Copilot
Angebot als Dokument In Word mit Formatierung + Vorlagen Nur Text, manuelles Formatieren Copilot
Recherche mit Quellen Bing-Suche, teils veraltete Ergebnisse Aktuelle Websuche, bessere Quellenangabe ChatGPT

Das Muster ist eindeutig: Copilot gewinnt immer dann, wenn die Aufgabe innerhalb des Microsoft-Ökosystems stattfindet. ChatGPT ist stärker bei alleinstehenden, kreativen und plattformunabhängigen Aufgaben.

Schwächen und Grenzen beider Tools

Kein KI-Tool ist perfekt. Hier die ehrlichen Schwächen, die mir im Test aufgefallen sind:

Copilot: Wo es hakt

Preisstruktur ist verwirrend: Copilot (kostenlos), Copilot Pro, Copilot für M365, Copilot Studio – vier verschiedene Produkte mit unterschiedlichem Funktionsumfang. Viele kaufen Copilot Pro und wundern sich, warum die volle Office-Integration fehlt.

Nur ein Modell: Copilot nutzt ausschließlich GPT-4o [1]. Kein o1, kein o3, keine Modellauswahl. Für die meisten Aufgaben reicht das, aber du bist an Microsofts Update-Rhythmus gebunden.

Bing-Abhängigkeit: Die Websuche läuft über Bing – und Bing ist nicht Google. Ergebnisse sind oft weniger aktuell und weniger relevant, besonders bei deutschen Suchanfragen.

Deutsch als Schwachstelle: Copilot antwortet manchmal auf Englisch, selbst wenn du auf Deutsch fragst. In Excel-Formeln schlägt er teils englische Funktionsnamen vor (SUM statt SUMME). Das nervt im Alltag.

ChatGPT: Wo es hakt

Keine Office-Integration: Du kannst ChatGPT nicht in Word oder Excel nutzen. Alles läuft über Copy-Paste oder den Code Interpreter. Für dokumentenlastige Arbeit bedeutet das ständiges Hin-und-Her zwischen Fenstern.

Datenschutz-Grauzone: Daten werden in den USA verarbeitet, standardmäßig fürs Training genutzt. Für sensible Geschäftsdaten ist das problematisch – du musst aktiv in die Einstellungen gehen und das Training deaktivieren.

Halluzinationen: ChatGPT erfindet manchmal Fakten, Zitate oder Quellen. Bei Recherche-Aufgaben solltest du die Ergebnisse immer gegenchecken. Das gilt zwar auch für Copilot, aber ChatGPT ist tendenziell kreativer beim Halluzinieren.

Limits bei Plus: Auch mit dem Plus-Abo stößt du regelmäßig an Nutzungslimits, besonders bei GPT-4o und den Reasoning-Modellen. In Stoßzeiten wirst du auf langsamere Modelle zurückgestuft.

Für wen ist Copilot die bessere Wahl?

Copilot ist die richtige Entscheidung, wenn die folgenden Punkte auf dich zutreffen:

Du arbeitest täglich mit Microsoft 365 – Word, Excel, Outlook und Teams sind deine Hauptwerkzeuge. Die KI-Integration direkt in diesen Apps spart dir mehr Zeit als jedes separate Tool.

Datenschutz hat Priorität – Du verarbeitest Kundendaten, Verträge oder sensible Geschäftsinformationen. Die EU Data Boundary und die No-Training-Garantie geben dir rechtliche Sicherheit.

Du willst keine neuen Tools lernen – Copilot funktioniert dort, wo du sowieso arbeitest. Keine neue App, kein neuer Workflow, kein neues Fenster.

Du bist bereit, mehr zu zahlen – Die volle Copilot-Erfahrung kostet 27-33 EUR/Monat. Das lohnt sich, wenn du täglich mindestens 30-60 Minuten durch die Integration sparst.

Für wen ist ChatGPT die bessere Wahl?

ChatGPT ist die richtige Entscheidung in diesen Fällen:

Du arbeitest plattformunabhängig – Mac, Linux, Google Workspace oder ein Mix aus verschiedenen Tools. ChatGPT funktioniert überall, unabhängig von Microsoft.

Du brauchst kreative Funktionen – Bildgenerierung, Custom GPTs, Code Interpreter – ChatGPT bietet mehr Vielseitigkeit als Copilot.

Budget ist wichtiger als Integration – Mit 18 EUR/Monat ist ChatGPT Plus deutlich günstiger als Copilot für M365 und bietet ein beeindruckendes Feature-Set.

Du willst die neuesten Modelle – ChatGPT gibt dir Zugang zu o1, o3-mini und GPT-4.5. Copilot beschränkt sich auf GPT-4o.

Natürlich gibt es neben Copilot und ChatGPT noch weitere spannende Optionen. In unserem Vergleich Claude vs ChatGPT erfährst du, warum Anthropics KI besonders beim Coding und bei langen Texten überzeugt.

Beide Tools kombinieren: Macht das Sinn?

Kurze Antwort: Für die meisten nicht. Lange Antwort: Es gibt Szenarien, in denen die Kombination sinnvoll ist.

Wenn du beispielsweise Copilot für M365 nutzt, um Dokumente und E-Mails zu verarbeiten, und ChatGPT für kreative Aufgaben wie Bildgenerierung, Brainstorming und Recherche – dann ergänzen sich die beiden Tools tatsächlich. Du zahlst dann zwar ~50 EUR/Monat für KI-Tools, aber wenn du täglich ein bis zwei Stunden sparst, ist das eine Investition, die sich schnell rechnet.

Für die meisten Freelancer und Selbständigen reicht aber eins der beiden Tools. Meine Empfehlung: Starte mit dem Tool, das besser zu deinem bestehenden Workflow passt, und teste es vier Wochen lang konsequent. Erst dann entscheide, ob du das zweite dazunimmst. Weitere KI-Tools im Überblick findest du in unserer Toolbox.

Zukunftsausblick: Was kommt 2026 noch?

Beide Anbieter entwickeln ihre Produkte rasant weiter. Microsoft integriert Copilot zunehmend in Windows 11, bringt Copilot-Funktionen in Dynamics 365 und Power Platform und arbeitet an einem vollständig autonomen Agenten-Modus, der mehrstufige Aufgaben selbständig erledigen soll.

OpenAI pusht ChatGPT Richtung Betriebssystem für KI: Operator (ein KI-Agent, der deinen Browser bedient), bessere Memory-Funktionen (ChatGPT merkt sich Kontexte über Gespräche hinweg) und ein wachsender GPT Store mit spezialisierten Assistenten. Die Pro-Version für 200 USD/Monat [8] richtet sich an Power-User, die unbegrenzte Reasoning-Kapazität brauchen.

Spannend wird auch der Wettbewerb von außen: Google Gemini, Claude und Perplexity werden immer stärker und könnten die Copilot-vs-ChatGPT-Debatte bald um eine dritte Option erweitern.

Häufige Fragen

Ist Microsoft Copilot besser als ChatGPT?

Das hängt vom Einsatzzweck ab. Copilot ist besser, wenn du täglich mit Microsoft 365 arbeitest und KI direkt in Word, Excel und Outlook brauchst. ChatGPT ist stärker bei kreativen Aufgaben, Bildgenerierung und individuellen Workflows mit Custom GPTs. Für reine Chat-Nutzung bieten beide eine vergleichbare Qualität, da sie das gleiche GPT-4o-Modell verwenden.

Was kostet Copilot im Vergleich zu ChatGPT?

ChatGPT Plus kostet ca. 18 EUR/Monat, Copilot Pro ca. 22 EUR/Monat. Für die volle Microsoft-365-Integration zahlst du bei Copilot für Microsoft 365 rund 27 EUR/Nutzer/Monat zusätzlich zur bestehenden M365-Lizenz. ChatGPT Team liegt bei ca. 23 EUR/Nutzer/Monat. Im Einstiegsbereich ist ChatGPT also günstiger, bei voller Enterprise-Integration nimmt sich das wenig.

Welches Tool ist DSGVO-konformer?

Microsoft Copilot hat mit der EU Data Boundary einen klaren Vorteil: Daten werden in europäischen Rechenzentren verarbeitet und nicht für Modelltraining genutzt. OpenAI bietet ein DPA an, verarbeitet ChatGPT-Daten aber primär in den USA. Für sensible Geschäftsdaten ist Copilot über M365 die rechtlich sicherere Option.

Kann ich Copilot und ChatGPT gleichzeitig nutzen?

Ja, und das ist für viele die beste Lösung. Du nutzt Copilot innerhalb von Microsoft 365 für Dokumente, E-Mails und Tabellen, und ChatGPT für Recherche, Bildgenerierung und kreative Aufgaben außerhalb des Office-Ökosystems. Die monatlichen Kosten summieren sich dann allerdings auf rund 45-50 EUR.

Lohnt sich Copilot Pro ohne Microsoft 365?

Nur bedingt. Copilot Pro ohne M365 gibt dir hauptsächlich bevorzugten Zugang zu GPT-4o und schnellere Antworten im Browser. Die eigentliche Stärke – die tiefe Integration in Word, Excel und PowerPoint – fehlt dann komplett. In dem Fall ist ChatGPT Plus für 4 EUR weniger pro Monat das deutlich bessere Angebot, weil du mehr Features bekommst.

Welche KI eignet sich besser für Freelancer und Selbständige?

Für Freelancer, die hauptsächlich mit Microsoft 365 arbeiten und Angebote, Berichte und E-Mails schreiben, ist Copilot die produktivere Wahl. Die Zeitersparnis durch die direkte Integration wiegt den höheren Preis auf. Wer dagegen mehr mit Bildern, Code oder kreativen Texten arbeitet und plattformunabhängig bleiben möchte, fährt mit ChatGPT Plus besser. Einen umfassenden Überblick über weitere KI-Tools für Freelancer haben wir hier zusammengestellt.

Fazit: Copilot oder ChatGPT – meine ehrliche Empfehlung

Nach mehreren Wochen mit beiden Tools im echten Arbeitsalltag ist mein Fazit überraschend klar: Es geht nicht darum, welches Tool besser ist – es geht darum, wo du arbeitest.

Wenn Microsoft 365 dein digitales Zuhause ist – und das ist bei den meisten Selbständigen und KMUs der Fall – dann ist Copilot die logischere Investition. Die nahtlose Integration in Word, Excel, Outlook und Teams spart echte Arbeitszeit, nicht nur Klicks. Der Datenschutz-Vorteil durch die EU Data Boundary kommt als Bonus obendrauf.

Wenn du Flexibilität und Vielseitigkeit willst, kommst du an ChatGPT Plus nicht vorbei. Custom GPTs, DALL-E 3, Code Interpreter und die Modellauswahl machen es zum vielseitigsten KI-Tool am Markt. Und mit 18 EUR/Monat ist der Einstieg günstiger.

Mein Tipp: Fang mit dem kostenlosen Copilot oder ChatGPT Free an. Teste beide eine Woche lang mit deinen echten Arbeitsaufgaben. Dann entscheide dich für das Tool, das in deinem Workflow den größeren Unterschied macht – und teste das Abo einen Monat lang. Erst dann weißt du wirklich, ob sich die Investition lohnt.

Quellen

[1] Microsoft — Microsoft Copilot Pro, microsoft.com/store/b/copilotpro (abgerufen März 2026)

[2] OpenAI — ChatGPT Pricing, openai.com/chatgpt/pricing (abgerufen März 2026)

[3] Microsoft — Copilot für Microsoft 365, microsoft.com/de-de/microsoft-365/copilot (abgerufen März 2026)

[4] OpenAI — Introducing GPTs, openai.com/index/introducing-gpts (abgerufen März 2026)

[5] Microsoft — EU Data Boundary for the Microsoft Cloud, learn.microsoft.com/en-us/privacy/eudb/eu-data-boundary-learn (abgerufen März 2026)

[6] OpenAI — Terms of Use & Data Controls FAQ, openai.com/policies/terms-of-use (abgerufen März 2026)

[7] GitHub — GitHub Copilot Pricing, github.com/features/copilot#pricing (abgerufen März 2026)

[8] OpenAI — Introducing ChatGPT Pro, openai.com/index/introducing-chatgpt-pro (abgerufen März 2026)

[9] Microsoft — Microsoft Copilot Studio, microsoft.com/de-de/microsoft-copilot/microsoft-copilot-studio (abgerufen März 2026)

ÜBER DEN AUTOR

Olaf Mergili

Olaf Mergili

Gründer von mylurch.com · IT-Unternehmer seit 2003

Olaf Mergili beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit IT-Infrastruktur und Automatisierung. Als Gründer der OMTEC und Betreiber mehrerer B2B-Plattformen testet er KI-Tools im praktischen Unternehmenseinsatz — nicht in der Theorie. Seine Artikel basieren auf echten Workflows und messbaren Ergebnissen.

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