Dieser Artikel wurde von einer KI (Claude Opus 4.6) erstellt und von mylurch.com veröffentlicht. KI-Offenlegung

Chatbot-Kennzeichnungspflicht: Was der EU AI Act ab August 2026 verlangt

Aktualisiert: 2026-03-21 · Lesezeit: ~10 Min.

Betreibst du einen Chatbot auf deiner Webseite? Ab August 2026 müssen Nutzer VOR der ersten Interaktion wissen, dass sie mit einer KI kommunizieren. Dieser Guide erklärt, was genau gefordert ist, zeigt dir Textvorlagen und technische Lösungen.

Die Pflicht: Artikel 50, Absatz 1

Der EU AI Act (Quelle) schreibt in Artikel 50, Absatz 1 vor:

„Anbieter stellen sicher, dass KI-Systeme, die für die direkte Interaktion mit natürlichen Personen bestimmt sind, so konzipiert und entwickelt werden, dass die betreffenden natürlichen Personen darüber informiert werden, dass sie mit einem KI-System interagieren, es sei denn, dies ist aus der Sicht einer angemessen informierten, aufmerksamen und verständigen natürlichen Person […] offensichtlich.“

Klartext: Wenn dein Chatbot mit Menschen spricht, müssen diese wissen, dass es eine KI ist. Nicht erst im Kleingedruckten, nicht nach drei Nachrichten — sondern zum Zeitpunkt der ersten Interaktion.

Die Ausnahme „offensichtlich“ klingt verlockend, ist aber in der Praxis riskant. Wann ist es „offensichtlich“? Wenn der Chatbot „KI-Bot“ heißt? Wenn ein Roboter-Icon daneben steht? Es gibt noch keine Rechtsprechung dazu. Im Zweifel: Kennzeichne explizit.

Wer ist betroffen?

Jedes Unternehmen in der EU (und jedes Unternehmen, das EU-Nutzer bedient), das einen KI-basierten Chatbot einsetzt:

  • Kundenservice-Chatbots auf Shopware, WooCommerce, Shopify oder eigenen Webseiten (mehr dazu: KI im Kundenservice)
  • KI-Assistenten wie eingebettete ChatGPT-Widgets (z.B. über die OpenAI API)
  • Automatisierte E-Mail-Antworten mit KI-Unterstützung (z.B. über Outlook Copilot, Claude)
  • Virtuelle Berater bei Versicherungen, Banken, Immobilienportalen
  • Interne Chatbots für Mitarbeiter — auch hier gilt die Pflicht, wenn das KI-System für direkte Interaktion mit Personen bestimmt ist
  • WhatsApp/Telegram-Bots, die KI-basiert antworten
  • Sprachassistenten auf Webseiten (Voice-Chatbots)

Nicht betroffen: Regelbasierte Chatbots ohne KI (einfache Entscheidungsbäume, FAQ-Bots mit festen Antworten), automatische Antwort-E-Mails ohne KI („Wir haben Ihre Anfrage erhalten“), IVR-Telefonmenüs ohne KI.

Was genau musst du tun?

Drei Dinge:

1. Klare Information VOR der Interaktion

Bevor der Nutzer die erste Nachricht an den Chatbot sendet, muss ein Hinweis erscheinen. Nicht danach, nicht nebenbei — vorher. Das kann ein Text über dem Chatfenster sein, ein Begrüßungstext im Chat selbst, oder ein modaler Dialog.

2. Maschinenlesbare Kennzeichnung der Webseite

Zusätzlich zur sichtbaren Information sollte die Seite maschinenlesbar markiert sein — über Meta-Tags und JSON-LD im Quellcode. Das ermöglicht Suchmaschinen und Aufsichtsbehörden, die Kennzeichnung automatisiert zu prüfen.

3. Durchgängig sichtbare Kennzeichnung

Die Information darf nicht nach der ersten Nachricht verschwinden. Ein permanenter Hinweis im Chatfenster — z.B. „KI-Assistent“ als Name oder ein kleines Badge — ist rechtssicherer als ein einmaliger Dialog, den der Nutzer wegklicken kann.

Textvorlagen zum Kopieren

Hier sind fertige Textbausteine, die du direkt in deinen Chatbot einbauen kannst:

Deutsch — formell (B2B):

„Sie kommunizieren hier mit einem KI-Assistenten, nicht mit einem Menschen. Dieser Chatbot wird von [Firmenname] betrieben und nutzt das KI-System [Name, z.B. ChatGPT]. Bei komplexen Anliegen können Sie uns per E-Mail an [adresse] kontaktieren.“

Deutsch — informell (B2C):

„Hi! Ich bin ein KI-Assistent von [Firmenname]. Ich nutze [KI-System] um dir zu helfen. Bitte beachte: Ich bin kein Mensch und meine Antworten können Fehler enthalten.“

Englisch:

„You are communicating with an AI assistant, not a human. This chatbot is operated by [Company] and uses [AI system]. For complex inquiries, please contact us at [email].“

Minimal (für enge Chatfenster):

„🤖 KI-Assistent — keine menschliche Beratung“

Technische Umsetzung

Option A: Text-Hinweis im Chatfenster

Die einfachste Lösung: Füge einen festen Text über oder im Chatfenster ein. Die meisten Chatbot-Plattformen bieten ein „Welcome Message“-Feld — nutze es für den Transparenzhinweis.

Option B: AI-Act-Badge auf der Webseite

Für die gesamte Webseite (nicht nur den Chatbot) kannst du das Open-Source-Tool @neuralflow/ai-act nutzen:

<script src="https://cdn.jsdelivr.net/npm/@neuralflow/ai-act/dist/badge.min.js" data-operator="Deine Firma GmbH" data-ai-system="ChatGPT" data-lang="de"> </script>

4,7 KB, keine Cookies, keine Datensammlung. Fügt ein sichtbares Badge + maschinenlesbare Metadaten hinzu.

Option C: Beides kombiniert (empfohlen)

Die sicherste Variante:

  • Badge auf der Webseite für die allgemeine KI-Kennzeichnung
  • Zusätzlicher Texthinweis direkt im Chatfenster für die chatbot-spezifische Pflicht nach Art. 50 Abs. 1

Umsetzung auf verschiedenen Plattformen

Intercom

Unter Messenger → Customize → Greeting den KI-Hinweis als erste Nachricht setzen. Intercom bietet seit 2025 auch eine native „AI Disclosure“-Option in den Bot-Einstellungen.

Zendesk

Im Chat-Widget → Prechat Form einen Hinweistext einfügen. Oder in der Bot-Konfiguration unter AI Agent → Disclosure.

Tidio / Crisp / LiveChat

In den Widget-Einstellungen gibt es meist ein „Welcome Message“-Feld. Dort den Transparenzhinweis eintragen.

Eigener Chatbot (OpenAI API / Claude API)

Den Hinweis als erstes Element im Chat-UI rendern, BEVOR der Nutzer tippen kann. Du planst erst noch einen Chatbot? Unser Guide zum KI-Chatbot erstellen zeigt dir den Einstieg. Beispiel in React:

function ChatWindow() { return ( <div className="chat"> <div className="ai-disclosure"> 🤖 Du chattest mit einem KI-Assistenten (Claude). Kein menschlicher Support. </div> {/* Chat messages */} </div> ); }

Strafen bei Verstoß

VerstoßMaximale Strafe
Transparenzpflicht (Art. 50)EUR 15 Mio oder 3% des weltweiten Jahresumsatzes (Quelle)
Verbotene KI-PraktikenEUR 35 Mio oder 7% Jahresumsatz
Falsche Angaben an BehördenEUR 7,5 Mio oder 1,5% Jahresumsatz

Die Bundesnetzagentur ist in Deutschland die zuständige Aufsichtsbehörde. Zusätzlich: Deutschland entwickelt eigene Straftatbestände für Deepfakes und KI-Missbrauch — das geht über den EU AI Act hinaus.

Abgrenzung: Was NICHT unter die Pflicht fällt

Nicht jeder automatisierte Dialog ist ein „KI-System“ im Sinne des AI Act:

SystemKennzeichnung nötig?Begründung
ChatGPT/Claude-basierter BotJaKI-System (LLM)
Regelbasierter FAQ-BotNeinKein KI-System
IVR-TelefonmenüNeinKein KI-System
Autoresponder E-MailNeinKein KI-System
KI-gestützte E-Mail-AntwortJaKI-System für Interaktion
Sentiment-Analyse im HintergrundNein (Art. 50.1)Keine direkte Interaktion

Häufige Fragen (FAQ)

Muss ich den Namen des KI-Modells im Chatbot nennen?

Artikel 50 verlangt die Information, dass ein KI-System eingesetzt wird. Den exakten Modellnamen zu nennen (z.B. „ChatGPT-4″, „Claude“) ist nicht explizit vorgeschrieben, wird aber vom EU Code of Practice (Quelle) empfohlen. Je transparenter, desto besser.

Gilt die Kennzeichnungspflicht auch für regelbasierte Chatbots ohne KI?

Nein. Artikel 50 betrifft nur KI-Systeme im Sinne der Verordnung. Ein einfacher Entscheidungsbaum, der auf feste Regeln reagiert (ohne Machine Learning), fällt nicht darunter. Hybrid-Systeme (regelbasiert + KI-Fallback) sollten im Zweifel gekennzeichnet werden (Quelle).

Was ist mit Chatbots von Drittanbietern wie Intercom oder Zendesk?

Du als Betreiber (Deployer) trägst die Transparenzpflicht, nicht der Anbieter des Chatbot-Tools. Das ist analog zur DSGVO: Der Datenverantwortliche bist du, nicht der Software-Hersteller. Prüfe ob dein Anbieter bereits AI-Act-konforme Hinweise einbaut — und wenn nicht, füge sie selbst hinzu.

Wann genau muss der Hinweis erscheinen?

Vor der ersten Interaktion. Konkret: Bevor der Nutzer die erste Nachricht tippt, muss er wissen, dass er mit einer KI kommuniziert. Das kann ein Text im Chatfenster sein, ein Begrüßungsdialog, oder ein permanentes Label wie „🤖 KI-Assistent“.

Reicht ein einmaliger Hinweis oder muss er permanent sichtbar sein?

Artikel 50 sagt „zum Zeitpunkt der ersten Interaktion“. Ein einmaliger Hinweis erfüllt den Wortlaut. Empfehlung: Ein permanenter Hinweis (z.B. „KI-Assistent“ als Chatbot-Name) ist rechtssicherer und nutzerfreundlicher. Wenn der Hinweis als Dialog erscheint, den der Nutzer wegklickt, könnte argumentiert werden, dass nachfolgende Interaktionen nicht mehr ausreichend gekennzeichnet sind.

Was kostet die Chatbot-Kennzeichnung?

0 Euro. Ein Texthinweis im Chatfenster kostet nichts. Das optionale AI-Act-Badge (@neuralflow/ai-act) ist Open Source und kostenlos. Zum Vergleich: Die maximale Strafe bei Nicht-Compliance beträgt EUR 15 Millionen oder 3% des weltweiten Jahresumsatzes.

Fazit

Die Chatbot-Kennzeichnungspflicht ist eine der konkretesten Pflichten im EU AI Act. Sie betrifft jedes Unternehmen mit einem KI-Chatbot, ist einfach umzusetzen (ein Texthinweis reicht) und die Nicht-Einhaltung ist riskant. Warte nicht bis August 2026 — nutze die komplette AI Act Checkliste und setze den Hinweis jetzt ein.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. Für deine spezifische Compliance-Situation konsultiere einen Rechtsanwalt.

@neuralflow/ai-act auf GitHub · Live-Demo · npm

Olaf Mergili

Olaf Mergili

Gründer von mylurch.com · KI-Berater · Seit 2023 im täglichen Einsatz von KI-Tools

Ich teste KI-Tools nicht nur — ich nutze sie jeden Tag in echten Projekten. Was hier steht, basiert auf meiner praktischen Erfahrung: was funktioniert, was nicht, und wo die Stolperfallen liegen. Keine gesponserten Empfehlungen, keine Theorie — nur ehrliche Einschätzungen aus der Praxis.

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